Über Mich

BIOGRAFIE

Von der Band- zur Solostimme

Seit über 30 Jahren stehe ich als Sänger auf der Bühne – doch nie als Solokünstler. Ich war immer Teil einer Band. Meine Songideen, Texte und Skizzen flossen in ein gemeinsames Konstrukt, das durch den kreativen Input aller Beteiligten zum fertigen Song wurde. Das Ergebnis war oft ein Kompromiss – aber auch Ausdruck von Teamarbeit und musikalischem Zusammenhalt.

Mit der Zeit jedoch veränderte sich dieser kreative Prozess. Die Dynamik innerhalb der Band verlangsamte sich zunehmend. Zwischen ersten Ideen und finaler Veröffentlichung vergingen oft Jahre. Doch die Ideen auf meinem Rechner häuften sich – unzählige Textzeilen, Melodiefragmente und Songskizzen warteten darauf, gehört zu werden. Ich musste handeln. Also ergriff ich die Initiative und begann vor zwei Jahren, meine Songs selbst zu produzieren – allein.


Der Weg zur Eigenproduktion

Anfangs hatte ich lediglich meine Takamine-Gitarre und ein altes USB-Mikrofon, mit dem ich erste Ideen festhielt. Doch mit der Entscheidung, ernsthaft Musik zu veröffentlichen, kam die Aufrüstung: Ein Keyboard, eine E-Gitarre, ein hochwertiges Gesangsmikrofon sowie die nötige Recording-Software. Ich startete mit GarageBand, wechselte später zu Logic Pro – und lernte dabei Schritt für Schritt, wie ich meine musikalische Vision selbstständig umsetzen kann.

Ich rüstete sogar meinen Mac auf, brachte mir alles autodidaktisch bei und fand grosse Freude daran, meine Musik von A bis Z eigenhändig zu gestalten: vom Einspielen über Arrangement und Mix bis hin zur fertigen Produktion.


100 % Padi – Musik ohne Umwege

In diesen Monaten habe ich viel gelernt – vor allem aber, wie ich meine musikalischen Ideen endlich ohne Umwege realisieren kann: ganz ohne Band, Produzent oder Studio. Was du in diesen Songs hörst, ist 100 % Padi. Genau so klingt es, wenn ich ganz für mich allein Musik mache. Vielleicht trifft es deinen Geschmack – vielleicht nicht. Musik ist Geschmackssache und das ist auch gut so.


Die Songs – Lange gereift, endlich bereit

Das Ergebnis ist ein persönlicher, vielfältiger Mix aus Mundart-Popsongs, die über Jahre auf ihre Vollendung gewartet haben. Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte und wurde in unzähligen Stunden liebevoll ausgearbeitet. Ich hatte nie das Ziel, damit Chartplatzierungen zu erobern oder Radio-Airplay zu bekommen. Ich wünsche mir nur, dass meine Musik die Menschen erreicht, die Freude daran haben. Das ist alles – und gleichzeitig alles, was zählt.

Biografie

Padi (Patrik) Bernhard ist ein Schweizer Sänger, Songwriter und Pädagoge aus Brunnen (SZ). Bekannt wurde er als Frontmann der Mundart-Rockband Mash, mit der er Schweizer Musikgeschichte schrieb. Der grösste Erfolg: der Evergreen "Ewigi Liäbi", den er 1995 schrieb. Der Song erreichte Platinstatus (über 40 000 Verkäufe), hielt sich lange in den Charts und wurde 2007 zum Klassiker gewählt. Er wurde später vom Jodlerklub Wiesenberg neu interpretiert, inspirierte ein Musical und belegte Platz 1 bei der SRF-Sendung Die grössten Schweizer Hits.

Nach der ersten Auflösung von Mash im Jahr 2006 gründete Bernhard 2007 das Bandprojekt Bernhard, das mit dem Album "Nordsüdostwest" 2010 Platz 26 der Schweizer Albumcharts erreichte. Im gleichen Jahr wurde er mit seinem "BernHeartChor" in der SRF-Show "Kampf der Chöre" landesweit bekannt und erreichte das Finale.

2013 nahm er an der SRF-Serie "Cover Me" teil, wo er den Song "Annabelle" von Steff la Cheffe coverte. Das motivierte ihn zur Arbeit an neuem Material. 2014 erschien unter dem Bandnamen MASH ein weiteres Album mit 10 neuen Songs und einem Remake von "Ewigi Liäbi", produziert von Dave Demuth. Trotz der bekannten Marke blieb das Album kommerziell hinter den Erwartungen zurück (Platz 39 in den Charts). Nach mässiger Resonanz beendete Bernhard 2015 das Kapitel Mash endgültig.

2016 rief er das neue Musikprojekt Trybguet ins Leben – ein siebköpfiges Mundartpop- und Rockensemble mit Country-Anflügen. An seiner Seite: Co-Sängerin Sarah Heer und Musiker aus Bands wie Lockstoff und Rocktail. 2020 erschien dann das Debütalbum "So wyt, so guet", das Platz 6 der Albumcharts erreichte.

Da Trybguet 2022 an Schwung verlor, entschloss sich Bernhard 2024, eigene Songs ohne Band aufzunehmen. In seinem kleinen Heimstudio stellte er aus vielen Skizzen ein Soloalbum zusammen: "Es isch wies isch" – 12 Mundartsongs, die er komplett selbst geschrieben, eingespielt, arrangiert und abgemischt hat. Das Werk zeigt Padi Bernhard in seiner ursprünglichsten musikalischen Form.

Parallel zur Musik war Bernhard immer als Lehrer tätig. 29 Jahre unterrichtete er in Goldau und wurde später Schulleiter. Die Balance zwischen Schule und Musik war ihm stets wichtig: "Ich muss nicht, ich darf Musik machen."

Privat ist er mit seiner langjährigen Ehefrau Bea verheiratet. Die beiden sind Eltern von zwei Kindern, Sarah und Tim. Padi Bernhard ist ein eindrucksvolles Beispiel für kreative Vielseitigkeit: ein erfolgreicher Mundartmusiker, ein engagierter Pädagoge und Familienmensch, der seine Kunst mit Bodenständigkeit und Leidenschaft lebt.

Kurzporträt:

Geboren: 1970

Musikalisch bekannt als: Frontmann von Mash – "Ewigi Liäbi" (2000)

Bands: mash (1995-2006), Bernhard (2009-2011), MASH (2012-2016), Trybguet (seit 2017)

Beruf: früher Primarlehrer & jetzt Schulleiter

Familie: Verheiratet mit Bea, zwei Kinder (Tim, Sarah)

Interview Piazza - Luzerner Zeitung

Regina Grüter (20.9.25)

Zuerst fragt man sich gegenseitig nach der Befindlichkeit. Patrik «Padi» Bernhard findet den Herbst «anstrengend». Er werde melancholisch, sagt er. Er ist ein Macher, aber auch ein Haderer und ein Zögerer. Nicht frei von Widersprüchen, wie wir alle. Wäre der Schweizer Liedermacher und Sänger Peter Reber nicht gewesen, wer weiss, vielleicht hätte die Öffentlichkeit nie von den Soloambitionen des ehemaligen Mash-Sängers erfahren.

Immer auf dem Boden geblieben

Über 100 Lieder habe er in den vergangenen 30 Jahren geschrieben. Die meisten, die der Schwyzer nun auf seinem ersten Mundartpop-Soloalbum «Es isch wies isch» veröffentlicht, seien «locker» über zehn Jahre schon auf seinem Rechner gewesen. Die Grundstruktur war vorhanden, es ging ums «Ausgarnieren».

Eine Ausnahme gleich am Anfang: «Malena» sei «ganz frisch». Der Liebessong ist ziemlich grell produziert. Es sei eine belanglose Nummer, gibt er zu, «aber mir gefällt er». Klar, die Zeile «Wenn nüt dezwösche chond» sei eine Hommage an Patent Ochsner. Das Album «Schlachtplatte», damals live im Dorfzentrum Einsiedeln, habe ihn «umgehauen».

Hört man sich die Stücke an, die es aufs Album geschafft haben, hat man das Gefühl, den Menschen Patrik Bernhard zu spüren. Er ist einer von uns, bodenständig. In den gut 30 Jahren in verschiedenen Bands – Mash, Bernhard und Trybguet – hat er immer 100 Prozent gearbeitet, 29 Jahre als Primarlehrer, seit fünf Jahren ist er Schulleiter in Goldau. Auch die familiären Verhältnisse sind stabil mit seiner langjährigen Ehefrau Bea an der Seite, die beiden Kinder langsam erwachsen.

«Die Leute sollen wissen, wovon ich rede»

Er hat sich also ein Keyboard zugelegt, zusätzlich zur akustischen eine E-Gitarre, ein hochwertiges Gesangsmikrofon und die nötige Recording-Software. Die Songs entstanden in kompletter Eigenregie.

«Musik schreibt man für sich», sagt Padi Bernhard. Nicht für jemand anderen. Mit «Es isch wies isch» versucht er nicht, zu gefallen, sondern folgt seinem musikalischen Trieb. Er könne nicht ohne, sagt er, Musik sei für ihn wie Essen und Trinken. Man könnte sagen, lebensnotwendig. Wieso, wisse er auch nicht.

Bernhards Anspruch an seine Texte: «Nicht zu banal, aber auch nicht so philosophisch. «Die Leute sollen von Anfang an wissen, wovon ich rede.» Seine kleinen Geschichten, drehen sich oft, aber nicht immer, um die Liebe oder das Verliebtsein; aber nicht nur die schönen Seiten, auch die gescheiterte («Ohni mich») oder ungelebte Liebe («Schiss gha») sind Thema. «Die Liebe kann man so schön in ein Kleid packen», meint er.

Und er verrät auch, wie seine Lyrics zu lesen sind: «Wenn ich aus der Ich-Perspektive schreibe, habe ich das bei jemandem beobachtet, hingegen bin bei ‹er› oft ich gemeint.»

Teilweise sind die Texte unglaublich einfach und eingängig, wie gemacht zum Mitsingen im Refrain. Passend dazu bewegt sich das musikalisch oft nah am Schlager. Aber wieder: nicht nur. «Es isch wies isch» ist eine abwechslungsreiche, erstaunlich gut produzierte Platte.

Mit dem Schlagereinschlag hat Padi Bernhard kein Problem, obwohl er erst selbst darüber erschrocken sei. Woher kommen sie nur, die Dünkel gegenüber Schlager? «Die Schweizer haben ein komisches Verhältnis zu Leuten, die Erfolg haben», meint er.

«Malena» oder der Partysong «Chasch mi gärn ha» schreien mit den zünftigen Bläsersätzen förmlich nach einem Guuggenmusig-Arrangement. Synthesizer, Banjo, Waldhorn – Padi Bernhard probiert aus und verspasst jedem Song seine spezielle Note. Ein Piano-House-Intro stimmt auf «Nimm Platz» ein, ein Lied über Abende an der Bar mit alten Freunden, die immer viel zu schnell vorübergehen.

«Jede esch debi, steckt sini Nase dri», singt er in der Pop-Hymne «Jede weiss es besser». Es ist ein Stück über Selbstdarsteller und soziale Medien, wo jeder seinen Senf dazu gibt. Wo jeder sein Buch oder seine Platte in Eigenregie herausbringen kann? Ein Widerspruch, der sich nicht ganz ausräumen lässt, wie er zugibt.

Mit zu den interessantesten Stücken gehört «Erstunke & Erloge», eine eindringliche Rocknummer – bis auf den Refrain – mit Blueseinschlag und tiefem Klavierakkord, die von Fake News und Verschwörungstheorien handelt. Wir seien an einem Punkt angekommen, an dem es «ganz, ganz schwierig» werde, sagt er.

Stichwort Medienkompetenz, wie nimmt er das als ehemaliger Lehrer und Schulleiter wahr? An den Schulen sei Social Media ein grosses Problem, sagt er, es beschäftige ihn «extrem». «Die Kinder sitzen in ihrer Freizeit nebeneinander, aber jeder starrt in sein Handy.» Für junge Leute sei es «furchtbar anstrengend» geworden.

«Ewigi Liäbi»: Wie ein 30 Jahre altes Kind

Beim Reden über das Lied «S’chunnt scho guet» kommt er selbst auf Mash und den Schweizer Klassiker «Ewigi Liäbi» zu sprechen. «Hätte ich 1993 nicht auf das Inserat «Band sucht Sänger» reagiert, mein Leben wäre ein anderes.» Es ist ein Lied, dass gerade jungen Leuten Mut machen soll. «Zu hadern, zu straucheln, gehört zum Leben, aber jeder findet seinen Weg.»

«Ewigi Liäbi» sei wie ein 30 Jahre altes Kind, das es jetzt sogar nach Amerika geschafft hat – die in Nashville lebende Zürcher Sängerin Helena Hallberg hat aus einem Heimwehgefühl heraus einen englischen Folksong daraus gemacht.

Das Lied hat ein Eigenleben entwickelt, war Grundlage für das erfolgreichste Schweizer Musical, das wiederum fürs Kino verfilmt wird («Ewigi Liebi» kommt am 12. Februar 2026 ins Kino). Vor zwei Jahren habe Lukas Hobi von der Luzerner Filmproduktionsfirma Zodiac Pictures angerufen und gesagt: «Wir brauchen deinen Song».

Peter Reber: «Padi, bring es raus»

«Ich habe von Anfang an an den Song geglaubt», sagt Bernhard. Und an sein Soloprojekt? «Vor zehn Jahren hätte ich mich nicht getraut.» Er sei kein echter Musiker und «Ewigi Liäbi» kein guter Song, das bekommt er immer wieder zu hören. Auch jetzt wieder. Das kränkt ihn. Padi Bernhard ist Autodidakt, ein Amateur ist er deswegen noch lange nicht. «Ich muss niemandem mehr etwas beweisen und mache nur, was mir gefällt.»

Dennoch habe er sich gefragt: Ist es wirklich gut? Den entscheidenden Kick gegeben hat ihm Peter Reber, ein «guter Freund». «Padi, bring es raus», hätte dieser gesagt. «Du hast nichts zu verlieren.»

Gestern Freitag wurde «Es isch wies isch» veröffentlicht. Es war Padi Bernhards 55. Geburtstag. Was jetzt zähle sei: «Album okay, es tönt gut, mir gefällt es.» Das Hadern und das Zögern ist vorbei.

> Das Interview als PDF 

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